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(auch 'Qur’an' geschrieben)[1]

Koran (auch Kalam Allah – 'Wort Gottes') bedeutet 'Lesung, das Vorgetragene'. Er ist in arabischer Sprache [2]geoffenbart und gilt als das authentische Wort Gottes (Verbalinspiration). Er enthält 114 Suren (Kapitel), über 6200 Verse [3] und ist dem Propheten Muhammad ab 610 n.Chr., teils in Mekka (12,5 Jahre), teils in Medina (10,5), in einem Zeitraum von 23 Jahren offenbart worden.

Nach muslimischer Auffassung ist der Koran ein sprachlich und inhaltlich von Gottesgeschöpfen unerreichbares Wunder [4], das bei Gott auf einer 'wohlverwahrten Tafel' [5] ist . Seine Verse sind in Reimprosa.

Das koranische Selbstverständnis wird in Sure 3:7 deutlich: 'Er (Gott) ist es, der dir das Buch herabgesandt hat. Darin sind eindeutige klare Verse - sie sind die Grundlage des Buches (umm al-Kitab) - und andere, die unterschiedlich zu deuten sind...'

Diese 'unterschiedlich zu deutenden' Verse bieten nach Auffassung der islamischen Gelehrten die Grundlage für die Weiterentwicklung des Islam in der Geschichte durch differenzierte Interpretationsmöglichkeiten.

Seite 2 des Koran, Medina, 19. Jahrhundert

Die beherrschenden Themen in Mekka

Zu den frühsten Themen gehören die Verse über den Weltuntergang und das Gottesgericht. Der Prophet selbst tritt auf als 'Warner' der Menschen, 'Rufer' zur Gerechtigkeit und 'Überbringer' der Botschaft des einzigen, anbetungswürdigen Gottes [6], wobei er Anfangs als mursal [7] und später als rasul vorkommt.

Auch das Thema der Barmherzigkeit Gottes (rahma) steht am Anfang der Offenbarungen. Im Zentrum steht jedoch der Aufruf zum Glauben an Allah, dem einen und einzigen Gott (= Monotheismus).

Der nächste Themenkomplex (in der dritten mekkanischen Periode) ist derjenige der Prophetengeschichten (qisas al-Anbiya), wobei der Prophet als ein Glied in einer Kette vorhergegangener Propheten gilt. Als 'der letzte Prophet' kommt er erst in der Endphase der Offenbarung vor.

Die Hauptthemen in Medina

In Medina findet eine intensive Auseinandersetzung mit Juden und Christen statt, die als ahl al-Kitab (Leute der Schrift) und somit als Gläubige anerkannt werden. Außerdem gibt es konkrete Anweisungen zum Kultus (Beten, Fasten, Zakat, Hadsch usw.), so dass automatisch auch eine Abgrenzung zum Judentum und zum Christentum stattfindet.

Das inhaltliche Hauptgewicht des Offenbarungstextes (über 90%) liegt auf: - Aufbau und Regeln der Gemeinschaft (ethische Werte);
- Gott und Seinen Eigenschaften;
- Propheten und historischen Gestalten (aus der semitischen Tradition);
- früheren heiligen Schriften und Offenbarungen sowie der gesamten Schöpfung: Welt, Himmel, Erde, Mitgeschöpfe, Naturerscheinungen, metaphysischen Wesenheiten wie Engel, Cinn u.a.;
- vergangenen Völkern und ihrer Geschichte.

Somit ist der Koran kein 'Gesetzbuch', wie das von manchen Nichtmuslimen behauptet wird. Denn nur in weit geringerem Maße (ca. 6%) enthält der Koran Vorschriften (Gebote und Verbote [8]).
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[1] Im Deutschen findet man häufig die Schreibweise 'Koran' wieder. Dies entspricht eher der Aussprache persischer Muslime. Die türkischen Muslime schreiben Kur’ân.
[2] 'Dies sind die Verse (Zeichen) einer deutlichen Schrift. Wir haben sie dir (Muhammad) als einen arabischen Koran hinabgesandt. Vielleicht würdet ihr verständig sein.' (12:2). Siehe auch 13:37, 20:113, 39:28, 41:3, 42:7, 43:3, 46:12.
[3] Es gibt verschiede Verszählungen.
[4] 'Wenn sich auch die Menschen und die Cinn vereinigten, um ein diesem Koran Gleiches hervorzubringen, brächten sie doch nichts Gleiches hervor, selbst wenn sie einander beistünden.' (17:88); vgl. auch 2:23 und 10:37-38.
[5] 'Ja, es ist ein ruhmvoller Koran auf einer wohlverwahrten Tafel.' (85:22) '...und wahrlich, er ist bei uns in der Mutterschrift, erhaben und weise.' (43:3-4)
[6] Der Inhalt richtet sich an den reinen Monotheismus.
[7] Partizip passiv: 'Einer, der als Gesandter (rasul) geschickt wurde'.
[8] Die Zehn Gebote sind auch im Koran enthalten.